Projekt

Im Bereich der Digitalisierung fĂŒr die zivile Gefahrenabwehr sind im Laufe der vergangenen Jahre zahlreiche vielversprechende Einzellösungen entstanden. Viele Einzellösungen mit

  • unterschiedlichen Bedienkonzepten,
  • MedienbrĂŒchen,
  • teilweise redundanten Daten,
  • heterogenen Datenformaten oder
  • ohne Einbindung in vorhandene Systeme

sind im Einsatzfall jedoch nur bedingt hilfreich. EinsatzkrĂ€fte unterschiedlicher Organisationen benötigen einen schnellen, einfachen und zielgerichteten Zugriff auf alle relevanten Informationen um jederzeit die bestmögliche Hilfe fĂŒr den BĂŒrger anbieten zu können. In der Kombination heterogener Datenquellen liegen außerdem wertvolle aber unerschlossene Potenziale verborgen.

Das private Smart Home erkennt einen kritischen Zustand und benachrichtigt seinen Besitzer oder im Ernstfall gleich die EinsatzkrĂ€fte. Das öffentliche Smart Building oder die Personenstrom-Messung in der Innenstadt erkennt eine gefĂ€hrliche Situation und leitet automatisiert Gegenmaßnahmen, z.B. die Umlenkung von Besucherströmen oder die Vorrangschaltung fĂŒr EinsatzkrĂ€fte an Ampelkreuzungen ein. Die Drohne der EinsatzkrĂ€fte liefert ergĂ€nzende Informationen aus der Luft fĂŒr das Lagebild und ermöglicht so eine bessere Entscheidungsfindung. Informationen aus Social Media komplettieren das Lagebild und ermöglichen die Verbreitung wichtiger Hinweise fĂŒr die Bevölkerung.

Ziele

Ziel des in der Digitalen Modellregion Ostwestfalen-Lippe geförderten Projekts „Integrierte Sicherheits-Pilot-Region“ (INSPIRE) ist es, existierende und neuartige heterogene Einzellösungen (Smart Home/Building, Personenstrom-Messung, Drohnen und Social Media) im Bereich der EinsatzunterstĂŒtzung der zivilen Gefahrenabwehr zu integrieren und so innovative Anwendungen fĂŒr EinsatzkrĂ€fte und die Bevölkerung zu ermöglichen. Es wird ein Pilotbetrieb in Paderborn etabliert, der erweiterbar ist und auf andere Regionen ĂŒbertragen werden kann.

Vernetzung
  • Vernetzung innovativer Technologien fĂŒr die zivile Gefahrenabwehr
  • existierende Lösungen
  • neue Entwicklungen
  • Beispiele: Drohnen, Smart Home/Building, Personenstrom-Messung, SocialMedia
Offenheit
  • Offene Schnittstellen
  • Nutzung freier Software
  • Bereitstellung der zentralen technischen Projektergebnisse, z.B. INSPIRE.hub und INSPIRE.app als freie Software
  • Orientierung an formellen und informellen Standards
Pilotbetrieb
  • in Paderborn
  • praktische Demonstration der Projektergebnisse
  • praktische Erprobung der Gebrauchstauglichkeit der Projektergebnisse
  • z.B. bei Fußballspielen, Volksfesten, Musikfestivals

Vorgehen

Die Projektlaufzeit von INSPIRE erstreckt sich von August 2019 bis Juli 2022. Um eine integrierte Lösung fĂŒr den Einsatzfall zu schaffen, wird in INSPIRE ein Gesamtkonzept entwickelt, das aus mehreren Teilprojekten besteht und in drei Ebenen gegliedert werden kann: die Datenebene, die Vernetzungsebene und die Anwendungsebene. UnterstĂŒtzt wird das Projekt dabei durch eine wissenschaftliche Begleitforschung.

Auf der Datenebene dienen die Teilprojekte Smart Home/Building, Personenstrom-Messung, Drohnen und Social Media als Beispiele fĂŒr innovative Technologien. Die Vernetzungsebene bringt diese Technologien mit existierenden Lösungen und potenziellen neuen Entwicklungen in Verbindung. Eingehende Daten werden intelligent verarbeitet (z.B. frĂŒhzeitige Gefahrenerkennung, automatische Einleitung von Reaktionsmechanismen). Die technische Komponente, die dies demonstriert, ist der INSPIRE.hub. Auf der Anwendungsebene geht es um die gebrauchstaugliche Bereitstellung einsatzrelevanter Informationen fĂŒr die Anwender in der zivilen Gefahrenabwehr. Die technische Komponente, die dies demonstriert, ist die INSPIRE.app.